Geselliges Beisammensein und gute Musik und dazu Spenden für ein neues Rettungsboot der DLRG Dinslaken: Musik op de Deel war rundum gelungen

Von Bettina Schack
Dinslaken. Man sieht es dem „Rheinadler“, dem Rettungsboot der DLRG Dinslaken, das am Samstag im Innenhof des Scholtenhofs in Eppinhoven stand, an, dass es in die Jahre gekommen ist. Ersatz muss her, die Dinslakener stehen mit dem „Rheinadler“ in Bereitschaft im Kreis, sind auf dem Rhein ebenso im Einsatz wie auf dem Wesel-Datteln-Kanal oder bei der Sicherung des PPP-Feuerwerks in Wesel am Rhein.

Aber ein neues Boot ist eine kostspielige Angelegenheit. „Ein neues Boot kostet 50 000 Euro, eher 70 000“, erklärt DLRG-Ausbildungsleiter Fabian Friese.

Keine staatlichen Zuwendungen
2019 soll der Ersatz für den zehn Jahre alten Rheinadler angeschafft werden, frühzeitig, „wir müssen der Bredouille zuvorkommen, dass das Boot irgendwann nicht mehr einsatzfähig ist“, betont Friese. Der Betrag ist jedoch nicht so ohne weiteres zu stemmen. Die DLRG ist ausschließlich auf Spenden angewiesen, erhält keine staatlichen Zuwendungen.
Als Joachim Vogel, aktueller Präsident des Rotary Clubs Walsum/ Niederrhein dies erfuhr, war es für ihn klar, welche lokale Sache er als federführender Ausführender des fünften „Musik op de Deel“ unterstützen wollte. Und er rannte mit
der Idee, die ersten Spendengelder für ein neues Rettungsboot zu sammeln, bei den Partnern Rotary Club Dinslaken-Wesel und Lions Club Dinslaken offene Türen ein.
Gesagt, getan. Als am Samstagabend dann sogar noch die Sonne über dem Scholtenhof schien, trafen sich dort nicht nur 1300 Menschen zu guter Musik, lockeren Gesprächen, Bratwurst, Baguette und zum Teil großzügig zur Verfügung
gestellten Getränken, rund 1500 Karten waren im Vorverkauf abgenommen worden, teils einfach nur für den guten Zweck. Und auch die Erlöse an Ort und Stelle kamen zum großen Teil der DLRG zugute. Salopp gesagt, lautete das Motto
„Trinken gegen das Ertrinken“.
Aber auch den Augen und den Ohren wurde etwas bei Musik op de Deel geboten: Die mit Heuballen dekorierte Bühne bot einen interessanten Kontrast zur modernen, bunten LED-Ausleuchtung des alten Torbogens. Und auch auf der Bühne mischten sich Alt und Neu: Marc Gillespie sampelte sein Gitarrenspiel, Percussion und seinen teils improvisierten Gesang per Loop-Technik, während sein Bühnenpartner Tom Drost Querflöte im Rock- und Jazz-Stil spielte.
Komplett ohne elektronische Technik kam die Buster Keaton Acoustic Band aus den Niederlanden aus, die drei Musiker mit Banjo, Saxophon und Sousaphon mischten sich entsprechend mobil unter die Gäste.
Die Sängerin der Kölner Band Soul United, Cinja Pausewang, sorgte mit ihrem Tribute für Aretha Franklin nicht nur bei den Gästen für Partystimmung, sie hatte selbst einen Grund zu feiern. Zum Geburtstag gab es einen Blumenstrauß der Gastgeber. „Bei uns geht es familiär zu“, erklärte Ekki Löhr, der das musikalische Programm zusammengestellt hatte.

Quelle: NRZ, Montag 21. August 2017

NRZ-Artikel - Trinken gegen das Ertrinken