Lions Club und Lidl-Stiftung ermöglichten die Anschaffung. Notwendig wurde sie durch den erhöhten Lebensmittelbedarf. 2650 Hilfsbdürftige betreut die Tafel

Dinslaken. Derzeit unterstützt die Dinslakener Tafel nachweislich 2650 hilfsbedürftigen Menschen mit Lebensmitteln. Im Vergleich: bei Gründung der Tafel 2003 versorgten die Ehrenamtler am Öffnungstag 45 Menschen, drei Jahre später waren es bereits 450, die mit Lebensmitteln versorgt werden mussten. Und dies nicht nur in Dinslaken – rund 1000 solcher Tafeln gibt es in der Bundesrepublik, so der Lions Club Dinslaken 1961.  Dieser unterstützt und fördert seit Jahren die Dinslakener Tafel, hilft den Ehrenamtlern, dort ihrerseits Hilfe leisten zu können.

Gestern konnte mit Unterstützung des Lions Club Dinslaken und der Lidl-Stiftung sowie Spenden der Volksbank Dinslaken (1000 Euro) und des Lions Club Voerde (500 Euro) das dringend benötigte zweite Kühlfahrzeug übergeben werden. Allein 22000 Euro steuerten die Dinslakener Löwen zum Fahrzeug bei. Des Weiteren sollen in diesem Jahr noch spezielle Lernkurse zum Umgang und Einkauf von Lebensmitteln sowie Kochkurse für bedürftige Familien ins Leben gerufen werden. Hierzu haben die Löwen weitere 5000 Euro aus dem Erlös vom Weihnachtsmarkt auf dem Scholtenhof bereitgestellt.

Besonders das Projekt „Wir kochen mit Kindern“ soll dabei im Mittelpunkt stehen. Über diesen Kurs sollen Kinder an ein tägliches Essen herangeführt werden, sollen einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln erlernen und somit ihr Essverhalten und eventuell das ihrer Eltern positiv beeinflussen. Die Kinder sollen an drei Tagen unter Anleitung zusammen kochen. Hierfür werden noch ehrenamtliche „Köche“ gesucht.

Ohne die Unterstützung des Lions Club und vieler anderer Dinslakener Unternehmen aus Handel, Handwerk und Industrie sei die Arbeit der Tafel gar nicht möglich, so Marion Muhic, Vorsitzende der Tafel. Ehrenamtliche Helfer sammelten Woche für Woche unermüdlich Lebensmittel ein, um sie an die Bedürftigen zu verteilen. Rund 350 Stunden sei das gesamte Helferteam dafür pro Woche im Einsatz. Sie sammeln, sortieren und verteilen Lebensmittel, die zu 100 Prozent aus Spendengütern zusammenkommen.

Eine Unterstützung durch den Staat gibt es übrigens nicht. Dabei nehme die Zahl der Bedürftigen immer mehr zu, wie die Zahlen der Dinslakener Tafel verdeutlichen.
Spenden sind daher der Tafel immer willkommen. Denn inzwischen musste die Tafel aufgrund des erhöhten Bedarfes bereits die Einkaufsberechtigung ihrer Kunden auf sechs Monate beschränken. Dann tritt eine sechsmonatige Pause ein, nach der die Kunden jedoch wieder an der Lebensmittelausgabe teilnehmen können. (big)

Quelle: NRZ, Samstag 08. Juli 2017

NRZ-Artikel - Ein zweiter Kühlwagen für die Tafel